Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Werke darf ohne Einwilligung des Autors in irgendeiner Form verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Copywright by Ines A. Kohm
SIE
Manchmal ist sie wild und laut und kriecht unter meine Haut.
Manchmal liegt sie in der Luft, wie ein warmer süsser Duft.
Manchmal plätschert sie dahin, manchmal ist sie ohne Sinn.
Manchmal schreit sie und gibt Gas, erbarmungslos und voller Hass.
Manchmal ist sie voll Gefühl, sie verspricht mir viel zu viel.
Sie erzählt mir von der Liebe, sie weiß alles, wird nie müde.
Sie ist ehrlich und verlogen, doch sie hat mich nie betrogen.
Verstehe sie auch ohne Worte, ob “piano” oder “forte”.
Sie ist mein, ich liebe sie. Ohne sie, ich will es nie!
Sie ist mein Glück. Sie heisst Musik.
Grauer Altag, öd und lähmend, kriecht vorbei wie Ewigkeit.
Feuchter Nebel, schwarze Wolken, Ungeheuern gleichen sie.
Lüstern hör’ ich Stimmen flüstern, nah genug und soch so weit.
Leise hör’ ich dieses Wimmern, singen süss von “Phantasie”.
Kalter Regen prasselt nieder, klopft ans Fenster, ungestüm.
Macht aus Tropfen schönste Muster und der Nebel gleicht Parfüm.
Lächelnd schau ich auf den Asphalt. Wie es singt in meinem Ohr.
“Lass sie zu und lass sie leben!” singen Stimmen laut im Chor.
Ja, erdrosselt ist der Altag, spannend ist der Tag, wie nie.
Ach wie grau wär’ diese Welt, ohne unsre Phantasie
Das Fenster
Worte, die dem Mund entweichen, sorgenlos die Luft ergreifen,
wie sie von den Lippen rinnen, jungfräulich dem Schlund entspringen,
unbedacht und lebensfroh, fliegen sie nach “Anderswo”.
In fremder Ohren, fremder Hände, hat ihre Einfachheit ein Ende.
Rezensiert, meist unverstanden, kommt die Reinheit bald abhanden,
Leichtigkeit, sie stirbt den Tod.
Doch am Anfang stand das Wort
Von der Leichtigkeit des Sagens
Tag und Nacht
Verbraucht der Herzschmerz, die Sinne, die Glut.
Zerissen das Kleid, der Puls ohne Wut.
Verbrannt ist die Seele, die Knochen verstaubt.
Verschlossen die Kehle, zerschlissen die Haut.
Verschwommen, vergessen, verschwitzt und betagt!
Zermalt und zeronnen! Der Tag grüßt die Nacht.
Die Adern zerplatzen vor Glück, schäumt das Blut,
die Sinne sie schweben, das Leben tut gut.
die Stirne sie glüht, die Augen voll Glanz.
Beglückt und berauschend, betörender Tanz.
Vollendet, geblendet, geliebt und behagt.
Begehrt und gewonnen! Die Nacht grüßt den Tag.

Ich bette mich in Zuckerwatte mit Blütenstaub auf meiner Haut.
Das Karamell auf meiner Zunge, es schmeckt vertraut.
Madeira fliesst durch meine Adern .
Ein Bonbon klebt in meinem Haar.
Nach Zuckerbrot will ich mich sehnen.
Oh süsser Stoff du bist so nah,
zerfliesst in meiner Aorta
Ode an den Süßstoff