Superfrau



Mein Herz, ich mag und liebe nicht
allein dein Antlitz, dein Gesicht,
die Sanftmut, deine weiche Art.
Mich reizt dein dichter Damenbart.

Und küssen wir, lieg ich betört,
benommen auf dir, denn mich stört
kein bisschen deines Atems Hauch.
Du liebst den Knoblauch, wie ich auch.

Du duftest zart nach Veilchenart,
mit Himbeersoße noch gepaart,
mein Liebesfrüchtchen, meine Braut,
versink in dir – Orangenhaut!

Und Funkeln nachts die hellen Sterne
schimmerst du mir nah statt ferne.
Weißer noch als weiße Schwäne
strahlen deine (dritten) Zähne!
 

 

 

 

 

 

 

 


Nase, Hüften, Backen, Mund.
Liebes, du bist kugelrund,
schmucklos schmuck, natürlich schick,
wertvoll auch dein Silberblick.

Doch liegst du auf mir, stöhn ich leicht,
weil mir die Luft im Brustkorb weicht,
dann würgst du mir in wilden Lüsten
den Hals mit deinen Hängebrüsten.

Du weckst in mir die Woll-Lust pur.
Du gleichst der Aphrodite, nur
will ich den langen Busen fühlen,
muß ich mich durch viel Wolle wühlen.

© 2006 by Ines Kohm  und Dr. Steffen Heinig

 

 

 

 

 

 

 

 

Voll fett - das Fett

Mir fliegt mein Döner weg vor Schreck!
Am Hemde klatscht ein fetter Fleck!
Ich aß zum Frühstück Eisbein – heiß,
zum Nachtisch Eis, ich rülpste leis,
doch aß ich alles mit Bedacht,
hab NIEMALS MIR aufs Hemd gemacht?!

So schrei ich: "Ali - pass doch auf,
spritzt Knoblauchsoße auf mich drauf!
Das leckre Zeug! Ich hungre hier!
Und auch mein Hemd bezahlst du mir!"
Doch merke ich, dass was nicht stimmt,
weil fettig auch mein Rücken schwimmt.

Das Hemd, es spannt und zwickt mich auch.
Ich trag ’nen Schwimmring um den Bauch.
Die Rippen liegen unterm Speck,
mein Körperbau ist gänzlich weg.
Da hilft kein Heulen, Jammern, Flennen,
Jetzt müssen Kalorien brennen!

Ich sag dem Ali schnell „Good Bye!“
und nehm mir vor, so Allerlei,
wie Radeln und Gewichte stemmen.
Yoga ist nur was für Memmen,
denk: „Es wär doch wohl gelacht,
wenn Sport mir keine Freude macht!“
 

 

 

 

 

 

 

 


So sprinte ich zum Sportverein
und keule wie ein wildes Schwein,
mir hängt die Zunge voller Sand,
die Lunge schwächelt ausgebrannt.
Doch nehme ich die Qual in Kauf,
geschafft – der Millimeterlauf!

Jetzt halte ich den Atem kurz.
Mein Körper schmerzt, es röhrt ein Fur(...)
Der Schwabbelbauch wippt hin und her,
doch Döner gibt ’s nun mal nicht mehr,
massier am Bauch mir über ’s Fett.
Ach hätt ich vorn doch nur ein Brett!

Nun spring ich fleißig Trampolin,
mein Bauch beginnt sich langzuziehn,
wenn ächzend dessen Matte wippt,
worauf mein Fett ans Kinn mir schnippt,
wenn ich in höchste Höhen schnelle.
Doch spüre ich Gewichtsgefälle.

Schon hüpfe ich ins kühle Nass,
die Badegäste werden blass.
Das Fett schwimmt auf der Oberfläche,
flutet Fluss und Nebenbäche.
Schwimmen scheint mir lukrativ,
mein Bauch wird fest wie ein Stativ.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Sport gequält ist auch die Kost,
das Eisbein wird jetzt eingedost.
Ich mampf zum Frühstück Steroide
mittags viele Proteine,
zwischendurch, (ich rülpse schwer)
viel Chlorophyll. Na bitte sehr!

Die Hose rutscht, das Hemd fällt auch
und stählern glänzt mein Waschbrettbauch.
Das Einzige was jetzt noch klemmt,
das ist der Fettfleck auf dem Hemd,
Ich zieh es an und streue Spee
mir auf den Bauch – der Fleck: Passe!

© 2006 by Ines Kohm  und Dr. Steffen Heinig

 

 

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