TEINACHTAL UND UMGEBUNG Am Ende sind die Feinde Freunde Ines A. Kohms Kinderbuch-Erstling »Anton Mohr, Segelohr« ist erschienen Von Verena Volkholz (sb) Neuweiler-Gaugenwald. Anton hat ab- stehende Ohren. Sein Mitschüler Franz verspottet ihn deswegen. Plötzlich begin- nen die Ohren auch noch zu wachsen und halten nicht mehr inne, bis Anton richtig große Segelohren hat. Dafür wird er erst recht gehänselt. Doch dann sitzt mit einem Mal der Ohrenkönig auf Antons Bettdecke und nimmt den achtjährigen Jungen mit auf seinen Planeten. Dort wird Anton zum Held und erkennt, dass er etwas ganz Besonderes ist. »Ich habe schon früh angefangen zu schreiben«, erzählt die 36-jährige Autorin der Geschichte um Anton Mohr mit den Segelohren. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter habe sich das intensiviert und nach der Geburt der kleinen Lizanne ha- be Sie ihrer Phantasie freien Lauf gelas- sen. Schließlich wollten ihre Kinder je- den Abend eine Geschichte hören. Da- raus seien erste Manuskripte entstanden. Nachdem sich die Mädchen an einem Nachmittag im Garten stritten und Heien über die Ohren der kleinen Schwester spottete, griff die Hausfrau und Mutter schlichtend ein und erzählte den Töch- tern eine Geschichte: Die von Anton und seinem Problem. Kaum waren die Kinder abends im Bett, setzte sie sich an ihren Computer und schrieb, berichtet sie. Binnen acht Wochen standen auf 120 Seiten Ge- schichten und Abenteuer um den kleinen Jungen. »Ich hatte alles im Kopf«, sagt Ines Kohm. »Ich musste mir kein Manu- skript schreiben.« Die Verlegerin Andrea Stangl aus Pa- derborn vom gleichnamigen Verlag war- tete ungeduldig auf die Abgabe. Ihr hatte die Gaugenwalderin ein paar Seiten zum Anlesen geschickt. Die wenigen Zeilen hatten sie begeistert. Mitte September war es dann soweit. Mit eigenen Zeich- nungen und den Ohren von Lizanne auf der Titelseite lagen die Exemplare vor. »Ich möchte den Kleinen Mut machen, mit ihren Problemen umzugehen«, sagt die junge Schriftstellerin. »Und ihnen zeigen, dass jeder seine kleinen Fehler- chen hat und trotzdem eine liebenswerte Persönlichkeit ist.« Kinderbücher schreibt die 36-Jährige auch, sagt sie, weil man dort selbst wieder zum Kind werden kann. »Das Schöne da- bei ist, dass man plötzlich alles furchtbar ulkig findet.« So ulkig wie die Wesen, die Anton Mohr auf dem Planet des Ohren- königs begegnen. Bis auf -den Drachen- fisch, den muss er besiegen. Und am En- de ist sogar der Spötter Franz sein Freund.